Muss sich erst jemand anzünden?

Ich fühle mich ohnmächtig. Nur 4 % der Bürger halten Datenspionage für ein Problem und Pofalla erklärt die Debatte um unseren Geheimdienst für beendet. Die Medien folgen ihm brav.

Ich sitze hier und heule, weil ich Angst habe. Ich schlage mir zusammen mit meinen Parteikollegen die Nächte um die Ohren, bei dem Versuch die Tragweite des Problems aus unserer Filterbubble hinaus und in die Herzen und Köpfe der Bürger hinein zu transportieren. Wenn ich meine Kollegen anschaue, schaue ich in müde Gesichter mit zynischem Lächeln. Viele von uns laufen auf 150% ihrer Kraft. Der Wahlkampf frisst nicht nur unsere Zeit auf, sondern zerstört Freundschaften und vertieft ideologische Gräben. Die Einen wollen lieber Politik spielen und freuen sich über verteilte Luftballons. Die Anderen reden sich auf Podiumsdiskussionen den Mund fusselig. Was uns alle dabei bleiben lässt, ist die Angst vor dem was kommt, wenn wir aufgeben und die Hoffnung, dass wir doch etwas bewegen können.

Ich höre ständig Sätze wie “Naja, die Bürger sind halt von euch enttäuscht worden und jetzt glauben sie nicht mehr das ihr anders seid.” – “Irgendwie seid ihr zu links geworden” – “Ihr seid halt zu chaotisch, so könnt ihr doch nichts bewegen.” – “Haha, das sagst du doch jetzt nur, weil Wahlkampf ist.”

Ich habe so die Schnauze gestrichen voll von diesen Sätzen. Da werden Bücher geschrieben, von Leuten die im Frühjahr 2012 in die Piratenpartei eingetreten sind und sich wundern dass es chaotisch zugeht. Natürlich geht es chaotisch zu, wenn sich innerhalb von ein paar Monaten die Mitgliederzahl mehr als verdreifacht! Ich gehörte ja dazu! Wir haben diese Partei überrannt und jeder hat seine Wünsche in die Partei hineinprojiziert. “Das müsst ihr doch auch gut finden!”, “Also ich dachte, die Piraten sind so und so.”

Ich habe selbst mit neuen und alten Mitgliedern zusammen ein Programm für Gesundheitspolitik entwickelt, was es vorher nicht gab. Was keiner sieht ist: Wir sind nicht nur rasant gewachsen, sondern haben uns weiterentwickelt. Wir haben auch Konzepte verworfen, die sich als naiv erwiesen. Wir haben uns professionalisiert ohne uns zu verkaufen. Aber diesen Unterschied zu vermitteln gelingt uns offensichtlich nicht.

Von was sind die Leute eigentlich enttäuscht?
Dass wir keine Übermenschen sind, so wie uns die Presse teilweise hingestellt hat? Warum wollen wir denn Transparenz in der Politik? Weil wir wissen, dass wir auch keine besseren Menschen sind und genauso anfällig für Korruption! Ich höre Gefasel über taktisches Wählen, “Wählen nach Gefühl” und verschenkte Stimmen. Ihr wählt zwischen Pest und Cholera ohne zu merken, zu was Demokratie noch fähig ist.

Freiwillig laufen wir mit dieser Regierung, SPD und Grünen in den Überwachungsstaat und keinen stört es. Wir werden wieder verarscht und verkauft. Was muss passieren, dass auch die kritischen Stimmen in den eigenen Reihen der anderen Parteien gehört werden? Wann werden wir aufwachen? Wenn die ersten Kritiker klammheimlich verschwinden? Wenn wir wieder anfangen, irgendeine Minderheit zu kriminalisieren und sie als Verantwortliche für Missstände hinzustellen? Wie viele NSU-Skandale muss es noch geben? Wird es sie denn überhaupt geben, wenn die Presse nicht mehr frei ist? Muss sich erst jemand aus Ohnmacht anzünden?

29 comments

  1. Arne Babenhauserheide

    Ich würde vorschlagen, auf 80% runterzufahren. Ihr helft niemandem, wenn ihr euch ausbrennt.

    Und lasst euch nicht kirre machen: Der Starterfolg der Piraten sah toll aus, aber er war vom Spiegel massiv mitgepusht – und der hat euch danach gezielt wieder abgeschossen (was erwartet ihr von einem Blatt, das zu 25,5% der Stiftung Bertelsmann gehört? 25,5% bedeutet Sperrminorität…).

    Ihr macht nicht im Luftleeren Raum Politik. Hier in Deutschland wird der Großteil der Medien von ein paar wenigen Leuten kontrolliert, und damit auch die politische Diskussion und die Verbreitung von Informationen. Und diese Medien tun alles, um die verfügbare Aufmerksamkeit der Bevölkerung zu binden, so dass kein Raum mehr für Themen bleibt, die den Besitzern der Medien nicht passen. Das ist die Umgebung, in der ihr arbeitet, und diese Umgebung zu ändern braucht nicht nur viel Kraft, sondern auch langen Atem.

    Und wenn ihr euch jetzt ausbrennt, verliert ihr euch selbst, bevor ihr Möglichkeiten habt, die Ergebnisse eurer Mühen zu ernten.

    Ich selbst habe mich für diese Wahl übrigens entschlossen, Piraten zu wählen (auch wenn ich sonst Grün wählen würde) nachdem ich Kommentare der Kultursprecherin der Grünen gelesen habe. Sie hat mich daran erinnert, dass für Freiheit im Internet die Privatkopie essenziell ist – und dass nicht genug der wählbaren Grünen das verstehen: http://draketo.de/licht/politik/agnes-krumwiede-urheberrecht

    PS: Auch Umfrage-Ergebnisse sind Meinungsmache und die 4% bezweifle ich.

  2. Michael Gärtner

    Wie ich schon des öfteren meine Meinung wieder gegeben habe tue ich es hier auch, auch auf die Gefahr hin das dieser Komi dann nicht veröffentlicht wird. Zum Thema NSA und Angst ausspioniert zu werden, dazu gibts nur zu sagen das es ein Prism oder Tempora dafür nicht nötig sind die Menschen reden schon so viel über Facebook und Twitter was teilweise auch unter Privatsphäre fällt da ist es egal ob ein Programm für sowas gibt. Zum Thema Piraten. Ich hoffe das eine solche Kindergartenpartei nicht gewählt wird denn was anderes sind die Piraten in meinen Augen nicht.

    • Alex

      Das hat mit Facebook und anderen sozialen Netzwerken nichts zu tun – die Bereitstellung mit privaten Daten geschieht aus eigenem Antrieb/Interesse und noch aus freier informationeller Selbstbestimmung.

  3. Thames Sinclair

    @Michael Gärtner Du lieferst passenderweise gleich noch ein Paradebeispiel für eine dieser unbedachten Blödsinn-Meinungen, wie sie im Blogartikel eingangs zur Sprache kamen.

    Schon einmal darüber nachgedacht, daß es ein Unterschied ist, ob Leute freiwillig und nach eigener Entscheidung Dinge öffentlich machen, die andere als vertraulich einstufen würden, oder ob eine geheime Megabehörde private Informationen über jeden Bürger beliebig aus total überwachten Kommunikationsdaten gewinnen kann? Was ist so schwer zu verstehen an dem Unterschied zwischen freiwillig und unfreiwillig zu verstehen?

    Wer die Piratenpartei für eine “Kindergartenpartei” hält, nur weil einem zu “Pirat” nichts anderes einfällt als verkleidete kleine Kinder, zeigt allerdings vielleicht auch unfreiwillig die erbärmliche Oberflächlichkeit, mit der er politische Parteien beurteilt.

  4. martin badack

    JULITSCKA,
    Ich kann Dich gut verstehen. Ich kämpfe auch oft gegen Windmühlen.
    Da kann man reden,reden und reden. Das Ergebniss ist oft gleich Null. Was sollen wir aber machen?
    Die Leute wollen nichts begreifen!
    Gegen den Strom schwimmen ist immer sehr schwer.
    Das kenn ich sehr gut.
    Es werden oft unbedeutende Sachen diskutiert und sich die Köpfe eingehauen für nichts.
    Von den wirklich wichtigen Dingen wollen Sie nichts hören. Das begreife ich auch nicht.
    Ist denn die Masse so blöd?
    Gruß Martin

    • Reiner

      Lieber Martin, liebe Julitschka,

      es gibt einen ganz banalen Grund dafür, dass die Leute mehr oder weniger beratungsresistent in Staatsbürgerkunde sind: Sie haben keinen Bock auf Bildung und generell Aufklärung, beziehungsweise suchen diese Dinge nicht gezielt, sondern nehmen sie mit, so ganz nebenbei.

      Dass Piraten hier umso mehr verzweifeln, ist natürlich klar. Das Internet ist ja eines der förderlichsten Instrumente moderner Aufklärer; internetferne Haushalte sind meistens auch ebensoweit von Bildung entfernt – nicht in dem Sinne, dass sie keine genossen hätten. Aber das Konzept lebenslanger Bildung hat sich eben noch nicht gesamtgesellschaftlich durchgesetzt, und die Abhängigkeit von wenigen Tageszeitungen, die manche CDU-Haushalte noch erreichen, ist ja auch nur eine ziemlich kleine Filterbubble…

      Also, das Problem ist natürlich ein kulturelles. Die Leute würden besser verstehen, dass diese Regierung so vieles falsch macht, wenn sie gebildeter wären. Das ist quasi ein No-Brainer, ich weiß, aber ihr müsst verstehen, was dies alles impliziert. Ihr seid immer aufgeklärter als der Durchschnittsbürger dieses Landes, aber hallo. Und selbst bei euch ist noch Potenzial nach oben.

      Gesamtgesellschaftliche Resultate der Bildungsverflachung und Aufklärungsfeindlichkeit: NSA- und NSU-Komplexe. Sowohl der rechte Untergrund, als auch der digitale Oberbau namens “Überwachungsstaat” wären nicht möglich mit einem informierten, florierenden Gesellschaftswesen.

      Historisch ist Deutschland wahrscheinlich trotz allem Fortschritt strukturell benachteiligt, was das Verstehen der Wichtigkeit dieses Austausches anbelangt, aufgrund der Lage in der Mitte Europas, nach allen Seiten mit einem Bündnis-Puffer ausgestattet, und ohne Küste, ander direkt Flüchtlinge landen können. Die heutigen Auswirkungen dieser Mentalität, selbst nach Auflösung aller harten innerdeutschen und mittlerweile auch innereuropäischen Grenzen: Die Europa-Politik, die zu Griechenlands aktuellem Maximal-Absturz geführt hat. Und natürlich sollte genau hier euer Hauptaugenmerkt im Wahlkampf liegen: Die aktuelle Regierung ist untragbar mit weltweiten Konsequenzen. Die deutschen Bürger sind in der Lage, das System Merkel abzuwählen und sollten langsam anfangen, auch wirklich diese Verantwortung wahrzunehmen.

      Das freie Internet ist dabei eine wichtige Grundlage und nicht das Ziel. Das Ziel ist eine vielfältige, offene Gesellschaft.Der Weg dahin muss kulturell geebnet werden. Um mit deutscher Kulturgeschichte zu argumentieren: Kultur ist immer auch Kampf. (@Nietzsche)

      Nicht aufhören zu kämpfen, macht euch nicht kaputt, wenn’s dieses Mal noch nicht klappt, sondern bleibt dran, bleibt stabil, und wachst, wenn ihr wachsen wollt.

      Beste Grüße aus Berlin

  5. Hans-Harald

    Man könnte viel zu dem Blödsinn von M. Gärtner da oben schreiben. Hatte ich auch erst, aber hab es wieder gelöscht. Auf dem sauren Boden wächst eh nur noch Moos.

    „Mit dem ersten Glied ist die Kette geschmiedet. Wenn die erste Rede zensiert, der erste Gedanke verboten, die erste Freiheit verweigert wird, dann sind wir alle unwiderruflich gefesselt.“ von Erik Satie

  6. ~~~

    Die Piraten werden vom Machtgefüge sabotiert,
    weil sie es angreifen. Mit 150% bergauf kämpfen
    führt vermutlich nur zu Frust und Aufgabe. Wie Arne
    schrieb 80% und mehr Geduld. Früher oder später
    kapieren die Leute von selbst, dass ihr Recht habt.
    Die etablierten Einheitsbrei-Parteien schaufeln ja schon
    fleissig ihr eigenes Grab und demontieren ihre
    Glaubwürdigkeit. 😉

  7. Ezze

    Hallo
    Gebt nicht auf! Ich bin eine normale Bürgerin die euch braucht. Ich verstehe es auch nicht warum ihr so wenig Prozente bekommt. Ich denke einfach, es ist die Angst vor Veränderung. Alles was Ihr tun müsst, ist am Ball zu bleiben. Und wie Arne schon schreibt einfach etwas runter fahren um eure Nerven zu schonen. Ich weiß, das ist schwer ich selbst fahre täglich aus der Haut. Das Problem ist einfach, daß die junge Generation noch zu jung ist um über ihre eigenen Rechte nach zu denken und sie zu verteidigen und die Alten…… tja ich denke die haben Angst vor euch. Ich bin im mittleren Alter und finde euch klasse! Und brauche euch damit ich endlich eine Partei habe der ich meine Wählerstimme geben kann. Egal ob ihr an die “Macht” kommt oder nicht.

    Letztens fuhr ich über Land und sah am Straßenrand ein Auto geparkt mit Piratenwerbung beklebt. Und ich hatte sofort das Bedürfnis mich aus dem Seitenfenster zu hängen und zu grölen ” yeeeeaaaaa PIRAAAAAATEN”

    Warum ICH nicht auf die Straße gehe? Weil ich DUMM bin! Ja ich muß das leider zugeben. Ich wohne in einer mittelgroßen Stadt in der kaum Demos veranstaltet werden. “Ja dann mach sie doch selbst”……… 1. Ich weiß nicht wie das geht und das ist ein Armutszeugnis für das ich mich schäme! 2. Ich bin leider nicht in der gesundheitlichen Verfassung dafür. Das mindeste was ich tun kann tue ich, ich wähle euch und spende.

    Und Michael….. ich habe mich ja nun als dumm geoutet, aber du scheinst immer noch nicht den Unterschied zwischen freiwilliger herausgabe der Daten und Daten ausspioniert zu bekommen zu verstehen. Es ist ein himmelweiter Unterschied ob jemand sein Leben auf Facebook preis gibt oder ob die Daten zum Beispiel frisch aus einer E-Mail gezogen werden. Natüüürlich ist eine Mail nur eine Postkarte die jeder lesen könnte der Zugriff darauf bekommt. Was hier der dicke Hund ist, ist dass MEINE Regierung es völlig okay findet dass ein anderes Land dies tut.

    Für mich ist das ein kriegerischer Akt und Frau Merkel zuckt die Schultern und schwenkt die amerikanische Flagge.

    MEIN Wunsch wäre, daß die Demos nicht abreißen. Ich denke mit jeder Demo entsteht mehr Aufmerksamkeit und es werden mit jeder Demo mehr Teilnehmer kommen. Muß ja nicht wöchentlich sein, aber eine im Monat wär schon was.

    Was ICH toll fände ist eine Homepage auf der deutschlandweit alle Arten von Demos, Veranstalungs Ort und Datum angezeigt sind. Daß man dort drauf gehen, seine Demo eintagen kann und mit einem Link zur weiteren Erläuterung der gewählten Demo. Als Besucher der Seite ist man dann immer auf dem Laufenden wo und wann gerade für was Demonstriert wird.

    Lasst den Kopf nicht hängen! auf jeden der euch Knüppel zwischen die Beine wirft kommt einer der euch wohlgesonnen ist.

    selbstmord in jeglicher weise ist hier keine Option.

  8. ThomasH

    Wenn Du und viele andere Piraten, die ich mittlerweile verfolge, so weiter machen, werde ich euch nicht nur wählen sondern laufe sogar noch Gefahr damit anzufangen mich mit meinen 50 Jahren parteipolitisch zu engagieren. (Das soll ein großen Lob an die Piraten sein).
    Aber bitte: Weiter machen bezieht sich aufs Inhaltliche nicht darauf vor lauter Engagement auszubrennen. Pass auf dich auf!

  9. Waltraud

    Ich sammle selbst Daten über Bekannte und Fremde. Dass das erlaubt ist, hat mich zwar anfangs gewundert. Ich werde aber auf keinen Fall etwas dagegen unternehmen. Viele von uns profitieren von dem System!

  10. AAS

    Michael Gärtner: Wer soziale Medien nutzt und Infos freiwillig teilt, hat kein Recht mehr auf Privatsphäre. Wer das denkt, der glaubt auch, eine Frau mit Minirock fordere zur Vergewaltigung auf. Die dahinterstehende Haltung ist dieselbe, sie ist abseitig, sie ist einfach dumm.
    Julitschka: Verzweifele nicht. Der Kampf muss weitergehen, weil Widerstand gegen dieses Unrecht ernsthaft ALTERNATIVLOS ist. Er ist sogar verankertes Recht. Mit jedem neuen Jahrgang, der wählen gehen darf, steigt der Anteil derer, für die das Internet kein fremdes Ding der Spinner ist. Mit ihnen steigt der Anteil derjenigen, die Piraten wählen, und ebenso der Anteil derjenigen in den anderen Parteien, die gegen die unglaubliche Dummheit und Kurzsichtigkeit, vielleicht aber auch die kalte Kalkulation der jetzt Verantwortlichen angehen.
    Das Internet of Everything steht vor der Tür. Big Data und die jetzige wie die kommende Macht der Algorhithmen ist Realität. Die 68er mögen es für ein singuläres Phänomen halten, dass eine ganze Generation gegen das Unrecht der Eltern und Großeltern aufbegehrt. Sie irren. Was länge gärt, wird endlich Wut. Wie damals, so heute.
    Gib niemals auf.

  11. Dirk

    Da sagst Du was Juli. Was beim Flyern von den Leuten kommt ist zum guten Teil “ich hab nix zu verbergen” oder “ihr könnt doch auch nix dran ändern”.

    Beides hat das Problem, dass man keine überzeugende Antwort in einen kurzen Satz packen kann, der die angesprochene Person direkt und unmittelbar betrifft. Bei der ersten Variante ist das Problem der Beweislastumkehr komplex zu erklären, bei der zweiten Variante sind die meist indirekten Einflussmöglichkeiten der Kleinpartei komplex zu erklären. Und so können die Leute sich weiter in diese Scheinargumente flüchten.

    Dagegen mit 150% der eigenen Leistungsfähigkeit anzurennen, macht keinen Spaß und wird nicht erfolgreich sein. Lass uns lieber die Antworten suchen, die wir den Menschen geben müssen, damit sie uns beim zweiten Satz noch zuhören.

  12. juhi

    @Dirk “was soll mich das interessieren, ich hab nichts zu verbergen” – ich hab mir da als spontanantwort mal “was haben sie auf dem konto und wie lautet ihre PIN” zurechtgelegt – das zieht auch nicht immer, kann aber hier und da mal helfen um ins gespräch zu kommen.
    ansonsten schockiert mich der politikverdruss. war selbst stimmen sammeln und hätte nicht gedacht, welche reaktionen ich da erdulden musste. es kommen meines erachtens noch sehr schlimme zeiten auf uns zu und ich hoffe, dass ich dann noch zu den aufrechteren gehören werde.

  13. Lakuka Ratscha

    Meine Liebe Julitschka, genau jetzt musst du dich in den Foren Umschauen, was da so geht. Du bist nicht alleine :) #stopwatchingus! Bring deinen Kollegen die Griraffensprache bei. Dann tuts weniger weh 😉

  14. Wetter

    Die Piraten haben das politische Spielchen, auch dank Ponader und ihrer, fürs einfache Volk schaute es so aus, chaotischen Parteiversammlungen, in diesem Frühjahr verloren. Die Glaubwürdigkeit die noch bis dahin existierte, verspielt und damit euch zumindest für dieses Wahljahr evt. alle Karten verspielt.

    Es ist wirklich traurig, das sich nur die Minderheit der Deutschen für #Prism&Co interessiert, aber die Politikverdrossenheit ist auch mit den “Stimmverlust an die Piraten” verbunden (“Nun ist auch die letzte Hoffnung von allein dahin gerafft)..
    Ich hatte vergangenes Wochenende unter Freuden wieder das Thema um Politik & Co und da ist die Mehrheit ernsthaft dafür, lieber die Grünen (!!!!!!) zu wählen, statt die Piraten, weil deren Programm fürs “Nicht-Autofahrer-Volk” ansprechbarer scheint, als euer Programm. Grad weil ihr eben eure Gläubigkeit verspielt habt, haben die auch kein Interesse daran, sich auch weiter mit euch zu befassen!
    Ich verfolge stattdessen gerne einzelne Piraten und deren Engement und ich weiß daher, das es genug Leute unter euch gibt, die viel Herzblut und “Vertrauen” in ihre Arbeit stecken, was ich mich daher um zu resignierter macht, wenn ich mir vorstelle, 4 weitere Jahre “Merkel-Scheiß” zu überstehen. Ohne das ihr auch was dagegen ausrichten könnt.

    Der Deutsche vergisst zwar gerne – aber leider wohl erst zu den nächsten Bundeswahlen. Und nicht erst zu diesen.
    Es ist ein Jammer. Und es tut mir auch leid für euch, die jetzt viel Energien reinstecken – und doch eigentlich auf verlorenen Posten sitzen. ( Mehr als 5% wären ein Wunder und um so mehr einer riesen Party wert, wenn es so käme).

  15. Denkarium

    Liebe Julitschka,

    irgendwie ist das alles sehr befremdlich!
    In einer demokratischen “Auseinandersetzung” ist es normal, dass nicht alle Ihrer Meinung sind und auch zum Teil durchaus ganz und gar nicht gewillt sind Ihre Meinung anzunehmen. Wenn Widerspruch oder Desinteresse als Reaktion auf die eigenen Bemühungen kommt, dann muss man das als Demokrat aushalten (“Wer die Hitze nicht verträgt, sollte nicht in die Küche gehen!”).
    Ihren aggressiven Zorn, bis hin zur Androhung einer autoaggressiven Handlung, um Ihrem Willen den Weg zu ebnen halte ich weder für ein Zeichen einer gereiften Persönlichkeit, noch für ein Zeichen von Demokratiefähigkeit.
    Ihr ganzer Blog trieft vor Aggressivität gegenüber anderen Meinungen und Andersdenkenden. Wer Ihrer Meinung nicht folgt ist dämlich, beschizzzen etc..
    Sie melden eine Angst vor einem Überwachungsstaat an, reden aber zeitgleich von “Berufsverboten” und zwangsverordneten Therapierichtungen. Sie haben Angst vor einem Überwachungsstaat den Sie nicht selbst geschaffen haben – so sieht`s aus!
    Mit Gewalt gegen sich selbst zu “drohen”, weil die ANDEREN partout nicht Ihre Meinung haben wollen, ist schon sehr befremdlich. Mit Politik hat das wenig zu tun, mit Demokratie gar nichts.

    Tipp: der “Trick” besteht darin, die Menschen zu überzeugen (mit Lösungen und positiven Alternativen zu Status quo! Nicht mit Drohungen a la “Wenn ihr nicht auf mich hört dann …”!).
    Trick Zwei: in der Politik darf man nie das Vertrauen der Wähler missbrauchen oder verspielen. Wenn man es dann verspielt hat, darf man den Wähler auch nicht mit verbaler Jauche übergießen. So klappt’s nicht mit dem gewählt werden.

  16. Ping: mcnesium.com
  17. Daniel

    Ich kann die Verzweiflung gut verstehen, auch mir geht es oft so. Aber dann sehe ich, dass sich viele Tausend Menschen gegen Überwachung auf die Straße wollen, zur Freiheit statt Angst am 7. September 2013. Das macht mir Mut, das zeigt, dass es doch noch vielen Menschen nicht egal ist. Also kommt alle zahlreich!

  18. Alex

    “Die Einen wollen lieber Politik spielen und freuen sich über verteilte Luftballons.”

    Ah gut. Zum Glück bin ich ja damit nicht gemeint, auch wenn ich mich über verteilte Luftballons bei Mahnwachen oder Infoständen freue. Nicht, weil ich einen Luftballon losgeworden bin, sondern weil ich hin und wieder mit Leuten an den Infoständen über Politik sprechen konnte…

    Aber – du bist nicht alleine – es gibt mehr Leute als Du denkst, die die Schnauze davon voll haben, zumindest bei den Infoständen in Frankfurt (nicht immer, aber immer öfter) erhalten wir Zuspruch wie “Gut, dass ihr noch da seid” und “Hey, immerhin habt ihr uns vor Jahren davor schon gewarnt, leider haben wir nicht auf euch gehört” und “Jetzt müssen wir nur noch euch wählen, die anderen Parteien sind nicht vertrauenswürdig” und “lieber habe ich Chaoten in der Piratenpartei als Heuchler als Überwacher”…

  19. Ping: Spreeklicks 15.08.13 « Spreeblick
  20. Ping: Polizeigewalt, Leck im AKW Gundremmingen & Snoopy meets Morrissey « Reality Rags
  21. Ping: Protokoll vom 17. August 2013 « trackback.fritz.de
  22. Gondor

    Nicht aufgeben!!
    Ja, diese ohnmächtige Wut kann ich nur zu gut nachempfinden.Aber wenn es eines gibt was man sagen kann in Bezug auf Menschen, das wird kein Sprint, eher eine Reihe! von Marathons.
    Also schnellstens runter von den 150% und die Freundschaften retten, die einen nebenbei auch menschlich bleiben lassen… 😉
    Das andere ist, immer vom worst case ausgehen und das übelste Vorgehen annehmen.
    Vielleicht wäre es eine gute Strategie (auch der Piraten) statt zu REagieren auf “Skandale” wie NSU, NSA etc. eher zu agieren:
    (schräges) Beispiel:
    Was könnten Machtapparate z.B. mit der neuen Kinect alles so “anstellen”? Preiswerte Serientechnik und doch jede Menge Features die der Traum aller Polizeiapparate sind.: Gesten-, Körperanalysetechniken (Herzschlagerfassung etc.) etc. pp. Einfach mal ganz langsam!, feature für feature dieses Video ankucken http://www.youtube.com/watch?v=01y1vXBl1-8 …und sich dann fragen wie unsere baldige! Zukunft aussehen könnte wenn diese Technik konsequent! von allen Machthabenden angewendet werden würde. In Amerika fangen ja die ersten Stores schon damit an. :-(

    Das Gefühl der Ohnmacht und der “Alternativlosigkeit” (wie ich dieses Wort hasse!!) ist politisch gewollt, langfristig durch viele begleitende “Maßnahmen” (Bildungspolitik etc.) entwickelt und medial massiv verstärkend unterstützt worden. Die eigentliche Frage ist deshalb nicht welche “Figuren” z.Z. gerade in die Regierungposition geschoben werden sondern wer hier die wirklichen “Spieler” sind und wie man dieses “Spiel” als solches beenden kann um endlich wieder Politik für! die Menschen zu machen.
    Vielleicht schafft es z.B. mal jemand die verschiedenen Parteiprogramme konsequent nachvollzogen in jeweilige realistische, zukünftige Szenarien umzusetzen. Diese dann mit den jeweiligen verschwiegenen Nachteilen für den Einzelnen vorstellen und fragen, willst Du das? Das wäre eine Möglichkeit.
    Wie gesagt, NICHT AUFGEBEN und vor allem NICHT Freundschaften oder Beziehungen aufgeben!!

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